Münchner Merkur über Thomas Neumann
– „Bilder schaffen magische Räume“
Münchner Merkur, Ausgabe Landkreis Süd | 28./29. Juli 2011
Unter der Überschrift „Bilder schaffen magische Räume“ berichtete der Münchner Merkur (Nr. 173, Seite 37) über die Ausstellung „Kunst in den Hundstagen“. Der Beitrag von Manfred Stanka würdigt eine Bilder- und Objektschau, die bewusst auf Überformung, Assoziation und die Kraft des Geheimen setzt – und in der die Arbeiten von Thomas Neumann eine zentrale Rolle einnehmen.
Kunst als Inszenierung des Unwirklichen
Die Ausstellung, kuratiert von Franziskus Schmid und Stephan Huslik, führte Besucher in die Galerie Aurum Magnum – markiert durch einen vergoldeten Findling, der bereits den Eintritt in eine andere Wahrnehmungsebene ankündigt. Nacht, künstliches Licht und poetische Inszenierung verwandeln urbane Räume in märchenhafte Szenerien; Wege werden zu Traumpfaden, Realität zu Atmosphäre.
Der Fixpunkt: Das Auge – Porträts von Thomas Neumann
„Der Fixpunkt jeder Ausstellung ist das Auge“ – so beschreibt der Merkur den Kern der Schau. Besonders die Porträts von Thomas Neumann stehen exemplarisch dafür. Es sind erfundene Gesichter, die sich schemenhaft verdichten: Nase und Kinn gewinnen Kontur, alles bleibt im Fluss der Verwandlung. Als Fixpunkt einer Reihe erscheint das Abbild eines „Sunny Boy“, der zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion schillert – vital, jung, farbkräftig.
Der Artikel hebt Neumanns ungekünstelten Umgang mit Acryl auf Leinwand hervor. Mit zunehmender Dynamik lösen sich Formen, Ruhe wird Expression, Assoziationen entstehen und vergehen. Der Künstler – ursprünglich Grafiker – wird als phantastischer Maler beschrieben, dessen Arbeit von technischer Qualität, Intuition und Spontaneität geprägt ist. Zugleich wird ein Humanismus sichtbar, der den Menschen analysiert und demaskiert, ihn jedoch stets achtet.
Kontext & Dialog der Künste
Im Zusammenspiel mit den Nachtfotografien von Gino Braun – digitale Impressionen, die durch Licht neue Dimensionen öffnen – sowie den gold- und silberradierenden Arbeiten von Franziskus Schmid entsteht ein Dialog der Künste, der Wirklichkeit erweitert. Architektur gewinnt Eigenleben, Zeichen werden zu Geheimschriften, Bedeutung bleibt bewusst vieldeutig.
Kritische Würdigung & Bedeutung
Die Rezension im Münchner Merkur unterstreicht die künstlerische Relevanz der Ausstellung und ordnet Thomas Neumanns Werk präzise ein: expressionistisch verdichtet, farbintensiv, emotional offen. Seine Porträts schaffen Räume, in denen Betrachter sich verlieren können – magisch, wandelbar, menschlich.
Thomas Neumann – Porträtkunst zwischen Abstraktion und Emotion.
Bilder, die Räume öffnen.


